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Fazit unserer bisherigen Reise der Panamericana entlang.
Stand: 09.03.2014  01.06.2014  25.08.2014 LAND und LEUTE: Wir wurden nun öfters gefragt, ob unsere Reise so ist, wie wir sie uns vorgestellt hätten? Da wir uns ja vorher fast 2 Jahre lang vorbereitet hatten, gab es bis jetzt keine grossen Überraschungen. Einzig die Armut und der Schmutz in manchen Städten und Dörfern drücken die Stimmung und wir sagen, hier würden wir nicht mehr hinkommen. Aber wenn wir wieder durch die unendlichen, gigantischen Natur fahren, ändern wir unsere Meinung wieder. Auch die Leute, vor allem auf dem Land, sind seeehr freundlich und an uns interessiert. Überall wo wir länger stehen kommen sie und fahren etliche Male um unsere Wohnmobile herum und fotografieren sie. Manche getrauten sich uns anzusprechen, ob wir sie vor unseren Wohnmobilen fotografieren würden. Wir kommen uns vor, als seien wir von einem anderen Planeten. Anschliessend werden wir manchmal noch umarmt beim verabschieden und sie wünschen uns eine gute Weiterreise. Wir werden von Einheimischen auch immer wieder gewarnt, wir sollen ja auf unsere Wertsachen aufpassen, oder gewisse Städte und Dörfer meiden oder ja nicht anhalten. Aber wir haben uns wirklich noch nie irgendwie bedroht gefühlt. Natürlich hören wir auch von vielen Fahrzeugeinbrüchen und Diebstählen. Einzelne von unserer Gruppe wurden leider auch Opfer eines Diebstahls. Aber man darf nicht vergessen, wir besitzen Sachen, für uns normale Gegenstände sind, die die meisten Leute hier ihr Leben lang nie besitzen werden! So ist die Versuchung natürlich sehr gross. Argentinien und Chile würden wir sofort wieder bereisen, vielleicht auch weil sie sehr Europa ähnlich sind. In Bolivien gibt es deutlich mehr Armut und Elend. Zum Teil leben die Leute auf Müllhalden, so würden wir die Slums vor den Städten bezeichnen. Wenn man die Kinder in diesem Müll spielen sieht, schmerzt es einem halt schon. Vor allem Nordperu ist sehr schmutzig. Richtig Freude macht es wieder in Ecuador. Es ist sehr SAUBER und man sieht, die Leute pflegen die Natur und ihre Dörfer. Wir sind noch nicht lange in Ecuador, aber wir können jetzt schon sagen, dass wir hier leben könnten. Auch Kolumbien gefällt uns sehr. Wir meinen sogar, dass die Menschen noch ein kleines bisschen freundlicher sind, als in Ecuador, denn sie suchen immer das Gespräch, egal ob du ihre Sprache sprichst oder nicht, irgendwie wird man sich immer einig. Und sie werden auch immer dunkler (ich meine natürlich die Hautfarbe, nicht ihre politische Vergangenheit). Apropos Politik, macht euch keine Sorgen, denn so gewalttätig wie Kolumbien verrufen ist, ist es längst nicht mehr. Zwar leben noch immer ca. 20% der Menschen unter der Armutsgrenze, aber das Land wird nicht mehr so korrupt regiert. Die Leute wehren sich, indem sie wählen gehen. Wir haben das Gefühl, je offener wir an das Land heran gehen, desto freundlicher werden wir aufgenommen. Sie stellten uns Touristen aus dem fernen, unbekannten Europa eine Menge Fragen: Wie kalt wird es denn im Winter? Gibt es viel Schnee bei Euch? Wir versuchten mit etwas Spanisch, Englisch und zum Schluss mit Händen und Füssen zu erklären, dass die Bäume in Winter völlig kahl sind. Das konnte sich hier keiner so richtig vorstellen, denn in Kolumbien kennt man außer Regen- und Trockenzeit keine Jahreszeiten. Natürlich wollte man wissen, wie es uns in ihrem Land gefällt. Jeder freute sich über unsere ehrliche Antwort, dass wir das Land ganz fantastisch finden, uns hier wohl fühlen und viele interessante, schöne und einzigartige Dinge gesehen haben. Vor allem Kolumbien ist sehenswert und kann, mit Ausnahme einiger weniger Gegenden, wieder sicher bereist werden. Man sollte es besuchen, ehe die negativen Auswirkungen des Tourismus auch hier ankommen. Auch Panama, Costa Rica, Nicaragua waren geprägt von einzigartigen Landschaften, Seen, Vulkanen und Kolonial- städten. In Honduras und Guatemala kamen noch die ersten Vermächtnisse der Mayakultur dazu. Belize ist für Taucher ein Paradies, uns hat es nicht so vom Hocker gehauen. Mexico ein grosses und schönes Land. Als erstes waren wir sehr überrascht über die Fahrweise der Mexicaner! Auch die berüchtigten LKW-Fahrer, sind zwar oft sehr schnell unterwegs, aber wir empfanden es als nicht so schlimm. Ausser in grossen Städten ist das Fahren sehr angenehm. Auch als Fussgänger wird man bevorzugt behandelt, was weiter im Süden nicht immer der Fall ist. Die Leute waren immer sehr zuvorkommend und freundlich, man hat nie den Eindruck, es wäre unsicher oder dergleichen. Entgegen dem, was erzählt und geschrieben wird, hatten wir bis zum Schluss kein einziges Problem. Auch die als bestechlich beschriebene Polizei war immer sehr anständig und hilfsbereit. Es scheint, als gäbe es eine Weisung von oben, den wenigen Touristen Sorge zu tragen. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Es gibt schöne Sandstränden am Meer,  Regenwälder in den Bergen und dazwischen ein bunter Mix. Nicht zu vergessen natürlich die beeindruckenden Pyramiden. Eine ideale Kombination für einen erholsamen aber nicht langweiligen Urlaub. Wir werden bestimmt wieder kommen und können es jedem nur empfehlen. Wahrscheinlich sind wir mit zu hohen Erwartungen in die USA eingereist. Viele sagten uns, dass die USA “das Camperland” sei. Nun, das stimmt schon, aber dass GROSSE Ahhh fehlt bis jetzt. Vielleicht sind wir auch nur etwas Reisemüde. Auch hier in den USA sind die Leute sehr freundlich, hilfsbereit und interessiert. Wir werden oft angesprochen und ausgefragt. Auch scheinen sie immer guter Laune zu sein und es scheint keinen Griesgram zu geben. Landschaftlich hat die USA viel zu bieten und ist zum Teil atemberaubend. Aber vieles haben wir auch schon im Süden gesehen, einfach weniger gut vermarktet. Erschreckend negativ aufgefallen sind uns die vielen Obdachlosen in den Grossstädten. Sogar in Los Angeles auf dem Hollywood Blv. wo viele Touristen unterwegs waren (mal abgesehen von dem Bereich, wo das Chinese Theatre ist), waren sehr viele unterwegs und man wurde auch mal angesprochen. Wir wurden aber nie bedroht und hatten dieses Gefühl auch nicht als wir angesprochen wurden. Es gab aber auch lustige Begegnungen. Uns ist klar, dass es dies auch bei uns gibt, aber so extrem haben wir es nicht in Erinnerung. Aber eines muss man den Amis lassen! Die vielen Picknickplätze und Campground`s in den unzähligen Parks, werden gehegt und gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So etwas wäre auch bei uns wünschenswert. GRENZÜBERGÄNGE: An den Grenzen läuft es mehr oder weniger immer gleich ab. Wichtig, man muss Zeit mit bringen und sollte so ca.  2 Stunden einplanen. Das Problem in Süd und Mittelamerika ist meistens, dass man die verschiedenen Büros suchen muss, da sie nicht oder schlecht angeschrieben sind. Unser Tourguide, der ja fast jedes Jahr diese Tour macht, sagt uns, dass es auch jedes Jahr wieder ändert. Aber eines ist immer gleich, der Ablauf bei der Ein- und Ausreise. Zu erst die Personen (Migración) und anschliessend das Fahrzeug (Aduana). Vom Fahrzeug wird auch an einigen Grenzen einen Versicherungsnachweis verlangt. Der Zoll schaut auch ab und zu ins Fahrzeug, ob Drogen, Waffen, oder frische Lebensmittel vorhanden sind. Diese werden meistens konfisziert. Wir haben so viele Stauklappen an unserem Phöni, die gut sichtbar sind, aber nur ein einziges mal wollte einer das wir eine öffnen sollten. Nicht mal die Amis wollten in unsere Aussenklappen schauen. Dabei ist die Garage mit (1.50 x 1.50m) nicht unbedingt klein und es hätten viele Mexikaner Platz gehabt. :-))   FAHRZEUG: Wir sind überzeugt, wir haben für “uns” das richtige Fahrzeug gewählt. Uns war bewusst, dass wir div. Strassen in die Weite der Natur hinein nicht befahren können. Nicht weil wir kein 4x4 Fahrzeug haben, sondern wegen der Bodenfreiheit. Das einzige, was wir an unserem Auto vermissen, ist eine Luftfederung auf der Vorderachse, so könnte man im Notfall noch 20 cm anheben. Auch Ersatzteile würden wir noch andere mitnehmen. Auch eine gute Holzsäge für tief hängende Baumäste, die manchmal den Weg versperren, gehört dazu. Dass wir autark (Solar) sind, ist von grossem Vorteil. So können wir problemlos in der Wildnis oder am Meer stehen ohne Strom. Obwohl wir jeden Tag unsere Nespresso, Computer und auch ab und zu den Backofen mit Strom gebrauchen. Ab Ecuador müsste man sowieso immer einen Stromwandler, der 110 Volt auf 220 Volt aufbereitet anschliessen. Für den Notfall hätten wir noch einen Stromgenerator, welchen wir bis jetzt nur für andere gebraucht haben. Wir müssen auch nicht auf jedem Camping nach den wenigen Steckdosen suchen und können so oft schöne Plätze ergattern. KREDITKARTEN oder CASH: Uns wurde gesagt, dass es überall Geldautomaten gibt und es kein Problem gäbe Geld zu bekommen. So ist es auch! Aber sie funktionieren nicht immer, oder es gibt nur kleine Beträge und nach dem 3. mal geben sie nichts mehr. Von Check`s wurde uns abgeraten, da diese meistens nur auf Banken eingelöst werden können und somit man an die Öffnungszeiten gebunden ist. Also sollte man einen Stock Bare’s in  die überall genommen werden, für Notfälle haben. Wir haben einen Safe im Wohnmobil. Dort lagern auch unsere wichtigen Papiere und Plastikkarten. Wir haben einen alten Geldbeutel mit ein bisschen Geld und alten Mitgliederkarten versteckt, die im Falle eines Überfall’s oder Einbruch’s als Ablenkung dienen soll. Für Südamerika hatten wir uns mit 20’000 US$ Cash eingedeckt (10’000 p.P. ist erlaubt) und dies reichte uns. Dass in den USA lieber Kreditkarten als Cash genommen wird, stimmt allerdings nicht mehr. Es gibt sogar Geschäfte und auch Tankstellen, die zwei Preise angeschrieben haben. Credit oder Cash. Auch hörten wir, dass die 100er Noten nicht gerne genommen werden (wegen Fälschungen). Stimmt auch nicht mehr! BARES ist WAHRES!  Natürlich kann man nicht im Bus oder Taxi einen Fahrpreis von 5 oder 10 $ mit einem 100er bezahlt werden. Dies ist aber auch meistens angeschrieben. Wir wollten unsere Kreditkarte so wenig wie möglich gebrauchen, aber ganz ohne geht es halt auch nicht. Reservierungen übers Internet, oder Ticket-Einkäufe online (damit man nicht an der Kasse anstehen muss) und auch als Depot für Mietwagen oder anderes braucht es eine. Wir haben noch von einer TravelCash Karte gehört, die als Nachfolge der bekannten Check’s gibt. Sie kann überall, wo das MASTERCARD- Kreditkarten Zeichen ist, eingesetzt werden. Mit max 10’000 pro Karte in US$, Euro, oder SFR wird sie bei der Hausbank aufgeladen und somit hätten die Diebe keinen direkten Zugang zum Bankkonto. Wir haben zwei solche mit US$ geladen, um diese dann in den USA beim Einkaufen und Tanken zu benutzen. Sie lagen 9 Monate im Safe und als wir Esti’s Karte zum ersten mal im Juni 14 gebraucht hatten, überprüften wir online die Buchungen. OH SCHRECK!! es sind nur noch 1’500 $ drauf. Jemand hat in Montreal (Kanada) im Dezember 13 und Januar 14 für ca. 8’000 $ eingekauft!?!?!?! Die Karte sei kopiert worden hiess es von der Bank. Dabei waren sie die ganze Zeit unserer Reise im Safe und wurden nie benutzt. Die Karten waren ja für die Zeit in der USA gedacht. Natürlich haben wir mit einigem Umtrieb das Geld wieder bekommen. Wir überprüfen nun mindestens einmal im Monat alle unsere Konten und haben Beschränkungen eingebaut. Wir hatten nochmals Unregelmässigkeiten mit Abbuchungen festgestellt und auch die Gebühren waren höher, als ich sie in Erinnerung hatte. Vermutlich habe ich nicht alles im Kleingedruckten gelesen :-(( . Solche Probleme hatten wir mit der Visa-Kreditkarte, die wir schon seit etlichen Jahren haben und benutzen, noch NIE gehabt! DEFEKTE:  Dachhaube: Selber schuld, da Dachvorsprung übersehen, mit Plexiglasscheibe verschlossen. Starterbatterie: Eine der beiden hatte einen Kurzschluss. Sind erst 2 Jahre alt. Generator: Vermutlich zu wenig gebraucht, mechanisch alles überprüft, müsste eigentlich laufen. Glühbirnen: Abblendlicht (1x H7), Seitliche Begrenzungsleuchten(4x). Fensterheber rechts: (Kunststoffteil) Materialermüdung. Ausgleichsgefäss vom Kühler: (Kunststoffteil) Materialermüdung. Lenkhilfeölverlust: zusätzliche Schlauchschelle am Anschluss zur Pumpe. Kupferleitung vom Luftkompressor: im gebogenen Teil Risse gelötet. Ca. 4 Wochen später wieder Luftverlust und  dieses mit Metallkleber notdürftig repariert und neues Teil bestellt.    GRUPPEN REISEN: Eine geführte Reise hat Vor- und Nachteile. Unsere Tour stand irgendwie von Anfang an unter einem schlechten Stern. Zuerst erfuhren wir, dass eine Reiseleiterin, die die Tour mit ausgearbeitet hat, nicht mitkommt. Danach einen Todesfall in unserer Familie, sowie ein weiterer Todesfall einer Reiseteilnehmerin. Den Vorteil der geführten Reise ist, man fährt nach einem Roadbook, hat alle GPS-Koordinaten, die Übernachtungsplätze sind vorgegeben, sowie auch interessante Besichtigungsmöglichkeiten sind beschrieben. Die Stadtrundfahrten sind organisiert und bei Grenzübergängen ist jemand vor Ort, der übersetzt und weiterhilft, falls es Probleme gibt. Auch bei Problemen, sei es am Fahrzeug oder Menschliche, wird einem geholfen und Lösungen gefunden. Dies ist aber auch gut alleine zu schaffen, vor allem, wenn man ein wenig spanisch kann, nur dauert es halt ein wenig länger. Der Nachteil für uns ist, wenn wir an einem Platz sind, der uns gefällt, können wir nicht ein paar Tage bleiben. Gerne würden wir uns zwischendurch einige Tage von der wirklich anstrengenden Reise erholen, was aber leider nicht möglich ist. Ruhetage hat man nur, wenn man an einem freien Tag keinen der fakultativen Ausflüge mitmacht. Wir haben bis jetzt sehr viele Leute aus Europa kennen gelernt, die die Reise alleine machen. Wenn man sich gut vorbereitet, kann man durchaus alleine reisen. Natürlich gibt es in jeder Reisegruppe, Querulanten und Rappenspalter, aber die sind zum Glück in der Minderheit. Wir haben viele Mitreisende als Freunde gewonnen, welche wir später unbedingt wieder treffen wollen, oder sogar weiter mehr oder weniger zusammen Reisen planen.  SONSTIGES: Den Start der Reise im Oktober/November haben wir als sehr gut empfunden. Auch von Süd nach Nord zu Reisen finden wir als optimal und würden es nächstes Mal wieder so machen. Ab Ecuador waren wir immer kurz (ca. einen Monat) vor der Regenzeit Richtung Norden unterwegs. Regenzeit heisst nicht dass es kalt wird, nein es wird noch wärmer und schwüüüüler! Bis auf ein paar regnerischen Ausnahmen war es traumhaft und immer warm bis sehr warm. :-) Tanken in den USA läuft anders als bei uns. Hier muss man zuerst bezahlen, oder man hinterlegt seine Kreditkarte. Genau dies wollten wir nicht. Man kann auch an der Säule mit Kreditkarte tanken aber meistens ist bei 80 bis 100 Dollar Schluss und man muss erneut die Karte einschieben, was auch erneut Gebühren kostet. Also tanken wir meistens für 100 Dollar. Man bezahlt an der Kasse, sagt die Nummer der Säule und sie wird freigeschaltet.
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